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Bairisch à la Carte


Statt Rotkohl künftig Blaukraut

Dem Bayern schlägt es auf den Magen, wenn er in einem bayerischen Wirtshaus die Speisekarte liest und auf die Sprache achtet. Da werden Kohlrouladen, Frikadellen und Klöße angeboten anstatt Krautwickerl, Fleischpfanzerl und Knödel. Zwar verheißen in Lederhosen und Dirndl gewandete Kellner und Kellnerinnen sowie weiß-blaue Tischdecken original bayrische Wirtshaustradition, doch zweifelt der Gast ganz arg an der Echtheit, wenn die Speisekarte mit mittel- und norddeutschen Bezeichnungen durchsetzt ist. Mag auch der Preis für die Speisen stimmen, so ärgern sich nicht wenige Bayern – und auch mancher Fremde – über heimatsprachliche Mängel und unnötig importierte Bezeichnungen für vielerlei typisch bayrische Gerichte und Beilagen.


Da legst di nieda: Der mit Abstand erotischste Dialekt ist der repräsentativen Umfrage zufolge das Bayrisch

Der Dialektforscher Karl-Heinz Göttert prophezeit: “In München wird das Bairische spätestens 2040 ausgestorben sein.” Auch in anderen bayerischen Städten spricht nur noch eine kleine Minderheit der Jugendlichen Dialekt. Dass es zu Ende geht, davon ist auch der Gründer des Fördervereins, Hans Triebel, überzeugt. Er war einst der unangefochtene Ideengeber der Dialektschützer. Er sammelte Zehntausende Unterschriften zur Erhaltung des Dialekts, er rief in Gotzing eine tschüssfreie Zone aus. “Damals konnten wir noch etwas bewirken”, sagt er.


“Leid, reds boarisch!”

“Sprache ist ein Spiegel der Gesellschaft. Die Dörfer verstädten, die Sprache verstädtet”, sagte der 63-Jährige Professor Anthony Rowley , der eine außerplanmäßige Professur für Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München innehat. “Solange Eltern mit ihren Kindern Dialekt sprechen, solange wird der Dialekt leben. Sie selber können dazu beitragen”.

Mehr gibt´s da: http://www.fbsd.de/

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