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Das Weißbier-Erstmals im Bayerwald gebraut

Die bis heute gegebene herausragende Bedeutung des Bieres in Bayern ist wohl erst ab der frühen Neuzeit, sicher maßgeblich gefördert durch das Reinheitsgebot, feststellbar. Zuvor war in Bayern das Bierbrauen alles andere als ein blühendes Gewerbe. Bier wurde vor allem im hauswirtschaftlichen Betrieb auf den abgabepflichtigen Bauernhöfen hergestellt und als Abgabe an die jeweiligen Grundherren (Herzog, Adelige, Klöster) geliefert.

Herzogliche Weißbierprivilegien

Der Ursprung der modernen bayerischen Weizenbierentwicklung liegt im niederbayerischen Schwarzach, dem Stammsitz der Degenberger. Am 3. August 1548 verlieh Herzog Wilhelm IV. (derselbe also, dem wir das „Reinheitsgebot“ 32 Jahre zuvor verdanken) seinem Landhofmeister in Niederbayern, Hans VI. von Degenberg, in Schwarzach in Würdigung seiner Verdienste das Privileg, im nordostbayerischen Raum Weiß- oder Weizenbier zu brauen und zu verkaufen.

Die Degenberger verfügten über drei Brauhäuser: in Schwarzach selbst, in Zwiesel und in Linden, in denen sie Weißbier herstellten. Der Wirtschaftszweig entwickelte sich rasch zu bedeutendsten Einnahmequelle der Familie.

Als 1567 das Brauen von “Weißem Bier” durch Herzog Albrecht V., Sohn Wilhelms IV., als “betrügerisches Brauen” bezeichnet im ganzen Herzogtum Bayern verboten wurde, weil hierzu zu viel Weizen verbraucht wurde und es ein “unnützes Getränk sei, das weder führe noch nähre, noch Kraft und Macht gäbe, sondern nur zum Trinken anreize”, blieben allein die Degenberger von diesem Verbot ausgenommen.

Ein weiteres Weißbierprivileg verlieh ungeachtet dessen Wilhelm V., Enkel Wilhelms IV., am 14.6.1586 Ottheinrich von Schwarzenberg für dessen Brauhaus in Winzer an der Donau.

Hans Sigmund von Degenberg starb am 10. Juni 1602 und war der letzte männliche Nachkomme des in Schwarzach ansässigen Grafengeschlechts der Degenberger. Da das Weißbier-Privileg 1548 von seinem Vorfahrern Wilhelm IV an die Degenberger ausgegeben worden war, zog Wilhelms IV. Urenkel Herzog Maximilian I. das Privileg wieder an sich. Am 1. August 1602 übernahm Maximilian I. die Degenberger Weißbierbrauereien, denn er wollte die Einkünfte aus dem Weißbier selber nutzen. Das obergärige Bier erfreute sich nämlich rasch wachsender Beliebtheit.

Am 29. April 1603 erwarbt Herzog Maximilian I. zusätzlich das Schloss und den Markt Winzer und damit auch das durch seinen Großvater den Schwarzenbergern verliehene weitere Weißbierprivileg.

Damit verfügten die Wittelsbacher faktisch über ein bayernweites Weißbiermonopol. Um konkurrenzlos Weizenbier brauen zu können, sorgte Maximilian I. zudem dafür, dass das Verbot von 1567, das auch in den beiden Privilegien von 1548 und 1586 formuliert worden war, nicht aufgehoben wurde.

Quelle: https://www.bayerisches-bier.de/bier-wissen/geschichte-des-weisbieres/

Hier geht es zu den Bierkellern in Regen

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