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Das Weißwurst-Museum

Im Leben von Norbert Wittmann geht es immer um die Wurst. Ihr hat sich der Metzgermeister und Koch voll und ganz verschrieben und eine hat es ihm dabei besonders angetan: die Weißwurst. „Ich weiß alles über die Weißwurst“, erklärt der Oberpfälzer stolz. Um sein Wissen teilen zu können und Interessierten einen Einblick in die Herstellung zu geben, gründete der dreifache Familienvater am 6. Oktober 2006 die Bayerische Weißwurstakademie. Dass 2009 dann auch noch ein Metzgereimuseum dazu kam, ergab sich eher durch Zufall.

Wittmanns Vater Georg, ebenfalls Fleischer, hatte schon vor Jahren damit begonnen, nostalgische Gerätschaften zu sammeln und zeigt die Schätze schließlich seiner Familie. Begeistert von der Idee, durchforstete Sohn Norbert Zeitungsinserate und ließ sich nicht davon abschrecken, dass er lediglich Gesuche fand. Spontan rief er eine der Nummern an und bekam den alles entscheidenden Tipp:

Ein Metzger im schwäbischen Sielenbach habe einen Keller, der gefüllt sei mit verschiedensten Geräten, teils über hundert Jahre alt.

Eine Woche später war Wittmann schließlich stolzer Besitzer einer kompletten, original erhaltenen Metzgerei-Ausstattung.

Viele Details und Antikes

„Das älteste Ausstellungsstück ist aus dem 16. Jahrhundert“, erzählt der Neumarkter. Er deutet auf ein gefährlich aussehendes Schlagbeil, das von hellen LED-Leuchten ins rechte Licht gerückt wird. In dem 150 Quadratmeter großen, lichtdurchfluteten Museumsraum wird viel mit ansprechenden Kontrasten gespielt. Nostalgische Gerätschaften glänzen in kräftigem Rot, alte Bilder zieren mehrere Meter Wand und im Flachbildschirm spiegelt sich der urig gedeckte, hölzerne Tisch.

Im Laufe der Jahre wurde neu gebaut, renoviert, erweitert und eingeweiht, und schließlich tauchte die Idee von der Weißwurstakademie auf. „Wenn man in eine Brauerei geht, dann will man ein Bier trinken und wenn man in eine Metzgerei geht, dann will man eben Fleisch essen. So einfach ist das“, erläutert er.

Dass der Fleisch-Experte mit dem Einfall den richtigen Riecher hatte, zeigte sich rasch. Nicht nur die Neumarkter, sondern auch die Medien wurden auf den findigen Oberpfälzer aufmerksam und machten ihn und seine Akademie bekannter. Kurze Zeit später hörte auch Jochen Schweizer davon und nahm das Weißwurstseminar in das Event-Angebot seines Unternehmens auf. Zum 150. Geburtstag der Weißwurst holten sich dann sogar die Münchner den Profi ins Hofbräuhaus und schauten ihm bei der Herstellung der beliebten bayerischen Spezialität über die Schulter.

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