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Die bayerische Tradition

“Laptop und Lederhose” – der weit verbreitete Slogan verweist auf eine herausragende Eigenschaft des Freistaats: die außergewöhnliche Mischung. Das südlichste Bundesland Deutschlands macht international Schlagzeilen mit erfolgreicher Wirtschaftspolitik und bahnbrechenden High-Tech-Entwicklungen. Dem folkloristischen Kitsch und dem Klischee von Alpen- und Jodelidyll tut das keinen Abbruch. Und in wohl keiner anderen Region nehmen Brauchtumspflege und Traditionen einen so hohen Stellenwert ein wie in Bayern.

Das vollbusige Mädel im Dirndl bringt die Maß Bier, ein Bub mit Lederhosen bläst ins Alphorn – der Klischeebayer ist auf Postkarten und Bildern in aller Welt präsent. Für viele Amerikaner oder Australier gilt bayerische Folklore als “urdeutsch”. Dabei waren die Bayern bei der Gründung des Königreichs im Jahre 1806 weit entfernt von einer gemeinsamen Identität.

Im Rahmen der napoleonischen Flurbereinigung wurden viele bis dahin selbstständige Territorien unterschiedlichster Tradition einverleibt: Franken, Schwaben, Pfälzer und Bayern wurden ungeachtet der unterschiedlichen kulturellen Wurzeln und der sprachlichen und landschaftlichen Unterschiede in einem Königreich vereint.

Was anfänglich schwierig war, konnte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer Stärke entwickeln: Heute wird Bayern gerade für seine Vielfalt geschätzt. Die Menschen pflegen ihre über Jahrhunderte gewachsene, besondere Prägung mit Hingabe: Brauchtum hat in Bayern deshalb einen ganz besonderen Stellenwert.

Tradition und Brauchtum sind in Bayern tief verwurzelt. Quer durch das Land werden lang überlieferte Traditionen zelebriert und so Bayerisches Brauchtum gepflegt.

Weltbekannte Veranstaltungen

Weltbekannte Veranstaltungen wie das Münchner Oktoberfest oder der Nürnberger Christkindlesmarkt ziehen Einheimische und Besucher ebenso an wie die vielen kleineren Feste, Traditionen und alten Bräuche. Der Viehscheid oder Almabtrieb in den Alpen, der Drachenstich in Furth im Bayerischen Wald oder die fränkischen Osterbrunnen, um nur einige zu nennen.

Nach den Winterbräuchen, die in vielen Regionen Dunkelheit und Dämonen vertreiben sollen, folgt in Bayern der Fasching mit seinem bunten Treiben und mancherorts mit halsbrecherische Hornschlittenrennen an den Faschingstagen. Alle sieben Jahre finden in Bayerns Städten und Dörfern während dieser Zeit auch die Schäfflertänze statt. Darauf folgt die Fastenzeit mit der Starkbierzeit und dem traditionellen Starkbieranstich immer um den Josephitag (19. März), wobei traditionell Politiker im Fokus des sarkastischen und humoristischen Fastenpredigers stehen. Das Osterfest wird in den bayerischen Regionen mit verschiedenen Osterbräuchen gefeiert und das traditionelle Maibaum-Aufstellen läutet das Frühjahr ein. Eine beliebte Tradition sind außerdem große Historienspiele und Festspiele sowie das Fischerstechen im Sommer und die Almabtriebe und Weinfeste im Herbst. Die glitzernden Christkindlmärkte vor historischer Kulisse in München, Nürnberg, Regensburg, Augsburg und noch viele mehr sind Auftakt für die Winterzeit.

Prachtvolle Prozessionen wie der Kötztinger Pfingstritt, mit Hunderten von Reitern, die Fronleichnams-Seeprozession am Staffelsee oder die Tölzer Leonhardifahrt und viele Leonhardiritte sind an religiösen Feiertagen die Highlights in Bayerns Regionen. Die Patroziniumsfeste der einzelnen Kirchen wird mit Festen wie der Limmersdorfer Lindenkirchweih oder dem Alt-Schlierseer Kirchtag gefeiert.

Die Tracht

Bei all diesen Festen und Feierlichkeiten darf die bayerische Tracht mit Dirndl, Lederhosen, Haferlschuhen und Gamsbart am Hut der Herren natürlich nicht fehlen. Ebenso wenig wie der tradtitionelle Volkstanz. Dieser erfuhr in den letzten Jahren nicht zuletzt Dank junger, engagierter Menschen eine Renaissance, da Ihnen dieses bayerische Brauchtum am Herzen liegt. Durch ihre Pflege wird auch diese Tradition aufrechterhalten und in die Zukunft weitergetragen.

Tracht ist auch ein Muss auf den berühmten bayerischen Volksfesten. Neben dem weltberühmten Oktoberfest gibt es aber noch mehr zu entdecken. Von Franken mit dem Kiliani Volksfest in Würzburg bis nach Straubing zum Gäubodenfest ist quer durch den Freistaat einiges geboten und für jeden Geschmack etwas dabei. Für diese Feste, die teils eine Jahrhunderte alte Tradition aufweisen, werden sogar eigene Festbiere gebraut – wahre Aushängeschilder für bayerisches Bier und Bayerns Braukultur.

In den Ammergauer Alpen wird beim Brauch des König-Ludwig-Feuers noch heute jährlich der Geburtstag des Märchenkönigs gefeiert. Große historische Festspiele wie das Kaltenberger Ritterturnier, die berühmte Kinderzeche in Dinkelsbühl oder das älteste Kinderfest Bayerns, das Tänzlefest in Kaufbeuren, haben bereits eine lange Tradition und erzählen die Geschichte und Geschichten ihrer Stadt.

Lernen Sie in Bayern von Franken bis ins oberbayerische Voralpenland und von Allgäu/Bayerisch-Schwaben bis in den Bayerischen Wald die vielfältige bayerische Kultur, Bräuche, Bier, Land und Leute und die bayerischen Traditionen kennen!

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