{"id":772,"date":"2018-11-24T16:59:52","date_gmt":"2018-11-24T16:59:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/?p=772"},"modified":"2019-10-21T10:21:11","modified_gmt":"2019-10-21T10:21:11","slug":"moser-sepp-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/?p=772","title":{"rendered":"Da Moser Sepp"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<br>Es gibt Geschichten, die sind so gut, dass man sie erfinden m\u00fcsste, wenn es sie nicht schon g\u00e4be. So auch die Geschichte um den Bierwirt Moser Sepp, der am Faschingssonntag, dem 22. Februar anno 1857 im Gasthof \u201eZum ewigen Licht\u201c am Marienplatz in M\u00fcnchen per Zufall die Wei\u00dfwurst erfunden hat. So auch nachfolgende Ereignisse. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gasthaus vis-a-vis vom Rathaus z\u00e4hlte in der damaligen Zeit zu den bekanntesten Wirtschaften in M\u00fcnchen. Seinen doch etwas eigenwilligen Namen hatte es aufgrund einer besonderen Beschaffenheit erhalten. Die Wirtsr\u00e4ume unter den B\u00f6gen der damaligen Fassade lagen weit hinten im Dunkeln und waren so finster, dass dort Tag und Nacht das Licht brennen musste, damit man wenigstens halbwegs etwas sehen konnte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so wurde die Wei\u00dfwurst geboren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Moser Sepp erfindet die Wei\u00dfwurst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Moser Sepp war schon fr\u00fch am Morgen in seine Wirtschaft gekommen, hatte in der K\u00fcche den Ofen angeheizt und Wasser aufgesetzt. Dann machte er sich daran, die bekannten und allseits beliebten Kalbsbratw\u00fcrstl zu fabrizieren. Am Faschingssonntag lief das Gesch\u00e4ft immer besonders gut. Die G\u00e4ste hatten sich auf Faschingsb\u00e4llen am\u00fcsiert. Nach durchzechter Nacht brachten die dann einen besonders grossen Durst mit und sie gierten geradezu danach, auch etwas Handfestes zum Essen zu bekommen. Also legte sich der Wirt m\u00e4chtig ins Zeug, lie\u00df munter den Schlegel fliegen, zerkleinerte damit das Fleisch und r\u00fchrte anschlie\u00dfend kr\u00e4ftig das Br\u00e4t an.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/538992_10200401207381271_1804379854_n.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-773\" width=\"316\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/538992_10200401207381271_1804379854_n.jpg 960w, https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/538992_10200401207381271_1804379854_n-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/538992_10200401207381271_1804379854_n-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/538992_10200401207381271_1804379854_n-500x330.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>W\u00e4hrend er in der K\u00fcche kr\u00e4ftig werkelte, hatte sich die Wirtschaft inzwischen schon gut mit Fr\u00fchschoppeng\u00e4sten gef\u00fcllt und die ersten Bestellungen f\u00fcr die Bratw\u00fcrscht liefen ein. Der Sepp wollte das Br\u00e4t nun in die Wursthaut f\u00fcllen und erstarrte. Sakradi! Die d\u00fcnnen, f\u00fcr Kalbsbratw\u00fcrscht gebr\u00e4uchlichen Schafssaitlinge waren ausgegangen. Eine Katastrophe drohte. Der Sepp schaute weiter fluchend \u00fcberall nach und fand nur noch dickkalibrige Schweined\u00e4rme.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Ewiges-Licht-Stadtarchiv.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-774\" width=\"350\" height=\"245\"\/><figcaption><strong>Das ewige Licht<\/strong><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Was tun? Da kam dem Wirt die rettende Idee, die Geschichte machen sollte. Er f\u00fcllte das Kalbsbr\u00e4t kurzerhand in den Schweinedarm, drehte die W\u00fcrste St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ab und warf sie ins hei\u00dfe Wasser zum Abbr\u00fchen. Auf das Anbraten wie bei den Kalbsbratw\u00fcrsten verzichtete er vorsichtshalber. Man wei\u00df ja nie, bei den feinen Schweinssaitlingen. Recht skeptisch servierte dann der Moser Sepp seinen G\u00e4sten die dicken Kalbsw\u00fcrste in einer Terrine und wartete gespannt auf die Reaktion. Sie fiel nach demzun\u00e4chst doch etwas vorsichtigen Verzehr (Was der Bauer nicht kennt\u2026) \u00fcberw\u00e4ltigend aus. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201ePfinniggut, Sepp! Phantastisch! So was feins,\u201c lobten die Fr\u00fchschoppler Sepp Mosers neueste Brotzeitkreation. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Sie waren so unversehens Zeitzeugen einer Sternstunde am Wursthimmel geworden. Wie so oft im richtigen Leben und besonders bei tiefgreifenden Weltereignissen hatte der Zufall Regie gespielt und die Wei\u00dfwurst das Licht der Welt erblickt. Ein echtes Sonntagskind, sogar ein Faschings-Sonntagskind noch dazu.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1040014-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-775\" width=\"638\" height=\"479\" srcset=\"https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1040014-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1040014-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1040014-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1040014-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"(max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><figcaption><strong>Das ehem. &#8222;Ewige Licht&#8220;. Aufnahme 09\/2018.\u00a0<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: Mythos Wei\u00dfwurst von Peter M. Lill\/Ludwig Margraf. Vielen Dank.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eMythos Wei\u00dfwurst\u201c ISBN 3-928432-23-0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;Es gibt Geschichten, die sind so gut, dass man sie erfinden m\u00fcsste, wenn es sie nicht schon g\u00e4be. So auch die Geschichte um den Bierwirt Moser Sepp, der am Faschingssonntag, dem 22. Februar anno 1857 im Gasthof \u201eZum ewigen Licht\u201c am Marienplatz in M\u00fcnchen per Zufall die Wei\u00dfwurst erfunden hat. So auch nachfolgende Ereignisse. Das Gasthaus vis-a-vis vom Rathaus z\u00e4hlte in der damaligen Zeit zu den bekanntesten Wirtschaften in M\u00fcnchen. Seinen doch etwas eigenwilligen Namen hatte es aufgrund einer besonderen Beschaffenheit erhalten. Die Wirtsr\u00e4ume unter den B\u00f6gen der damaligen Fassade lagen weit hinten im Dunkeln und waren so finster, dass dort Tag und Nacht das Licht brennen musste, damit man wenigstens halbwegs etwas sehen konnte. Und so wurde die Wei\u00dfwurst geboren: Moser Sepp erfindet die Wei\u00dfwurst Der Moser Sepp war schon fr\u00fch am Morgen in seine Wirtschaft gekommen, hatte in der K\u00fcche den Ofen angeheizt und Wasser aufgesetzt. Dann machte er sich daran, die bekannten und allseits beliebten Kalbsbratw\u00fcrstl zu fabrizieren. Am Faschingssonntag lief das Gesch\u00e4ft immer besonders gut. Die G\u00e4ste hatten sich auf Faschingsb\u00e4llen am\u00fcsiert. Nach durchzechter Nacht brachten die dann einen besonders grossen Durst mit und sie gierten geradezu danach, auch etwas Handfestes zum Essen zu bekommen. Also legte sich der Wirt m\u00e4chtig ins Zeug, lie\u00df munter den Schlegel fliegen, zerkleinerte damit das Fleisch und r\u00fchrte anschlie\u00dfend kr\u00e4ftig das Br\u00e4t an. 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Seinen doch etwas eigenwilligen Namen hatte es aufgrund einer besonderen Beschaffenheit erhalten. Die Wirtsr\u00e4ume unter den B\u00f6gen der damaligen Fassade lagen weit hinten im Dunkeln und waren so finster, dass dort Tag und Nacht das Licht brennen musste, damit man wenigstens halbwegs etwas sehen konnte. Und so wurde die Wei\u00dfwurst geboren: Moser Sepp erfindet die Wei\u00dfwurst Der Moser Sepp war schon fr\u00fch am Morgen in seine Wirtschaft gekommen, hatte in der K\u00fcche den Ofen angeheizt und Wasser aufgesetzt. Dann machte er sich daran, die bekannten und allseits beliebten Kalbsbratw\u00fcrstl zu fabrizieren. Am Faschingssonntag lief das Gesch\u00e4ft immer besonders gut. Die G\u00e4ste hatten sich auf Faschingsb\u00e4llen am\u00fcsiert. Nach durchzechter Nacht brachten die dann einen besonders grossen Durst mit und sie gierten geradezu danach, auch etwas Handfestes zum Essen zu bekommen. 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Die Wirtsr\u00e4ume unter den B\u00f6gen der damaligen Fassade lagen weit hinten im Dunkeln und waren so finster, dass dort Tag und Nacht das Licht brennen musste, damit man wenigstens halbwegs etwas sehen konnte. Und so wurde die Wei\u00dfwurst geboren: Moser Sepp erfindet die Wei\u00dfwurst Der Moser Sepp war schon fr\u00fch am Morgen in seine Wirtschaft gekommen, hatte in der K\u00fcche den Ofen angeheizt und Wasser aufgesetzt. Dann machte er sich daran, die bekannten und allseits beliebten Kalbsbratw\u00fcrstl zu fabrizieren. Am Faschingssonntag lief das Gesch\u00e4ft immer besonders gut. Die G\u00e4ste hatten sich auf Faschingsb\u00e4llen am\u00fcsiert. Nach durchzechter Nacht brachten die dann einen besonders grossen Durst mit und sie gierten geradezu danach, auch etwas Handfestes zum Essen zu bekommen. Also legte sich der Wirt m\u00e4chtig ins Zeug, lie\u00df munter den Schlegel fliegen, zerkleinerte damit das Fleisch und r\u00fchrte anschlie\u00dfend kr\u00e4ftig das Br\u00e4t an. W\u00e4hrend er in der K\u00fcche kr\u00e4ftig werkelte, hatte sich die Wirtschaft inzwischen schon gut mit Fr\u00fchschoppeng\u00e4sten gef\u00fcllt und die ersten Bestellungen f\u00fcr die Bratw\u00fcrscht liefen ein. Der Sepp wollte das Br\u00e4t nun in die Wursthaut f\u00fcllen und erstarrte. Sakradi! Die d\u00fcnnen, f\u00fcr Kalbsbratw\u00fcrscht gebr\u00e4uchlichen Schafssaitlinge waren ausgegangen. Eine Katastrophe drohte. Der Sepp schaute weiter fluchend \u00fcberall nach und fand nur noch dickkalibrige Schweined\u00e4rme. Was tun? Da kam dem Wirt die rettende Idee, die Geschichte machen sollte. Er f\u00fcllte das Kalbsbr\u00e4t kurzerhand in den Schweinedarm, drehte die W\u00fcrste St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ab und warf sie ins hei\u00dfe Wasser zum Abbr\u00fchen. Auf das Anbraten wie bei den Kalbsbratw\u00fcrsten verzichtete er vorsichtshalber. Man wei\u00df ja nie, bei den feinen Schweinssaitlingen. Recht skeptisch servierte dann der Moser Sepp seinen G\u00e4sten die dicken Kalbsw\u00fcrste in einer Terrine und wartete gespannt auf die Reaktion. Sie fiel nach demzun\u00e4chst doch etwas vorsichtigen Verzehr (Was der Bauer nicht kennt\u2026) \u00fcberw\u00e4ltigend aus. \u201ePfinniggut, Sepp! Phantastisch! So was feins,\u201c lobten die Fr\u00fchschoppler Sepp Mosers neueste Brotzeitkreation. Sie waren so unversehens Zeitzeugen einer Sternstunde am Wursthimmel geworden. Wie so oft im richtigen Leben und besonders bei tiefgreifenden Weltereignissen hatte der Zufall Regie gespielt und die Wei\u00dfwurst das Licht der Welt erblickt. Ein echtes Sonntagskind, sogar ein Faschings-Sonntagskind noch dazu. Quelle: Mythos Wei\u00dfwurst von Peter M. Lill\/Ludwig Margraf. Vielen Dank. \u201eMythos Wei\u00dfwurst\u201c ISBN 3-928432-23-0","og_url":"https:\/\/www.weisswurstbayern.de\/?p=772","og_site_name":"K\u00f6niglich bayr. 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