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Nur noch 2 Millionen sprechen Bayerisch.

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Von Sepp Sager: Von 12 Millionen Einwohnern Bayerns sprechen nur noch 2 Millionen Bayerisch. Der bayerische Dialekt ist bald zum Aussterben verurteilt, er wird nur noch teilweise auf dem Lande gesprochen und da ist er schon mit englischen, vor allem aber mit hochdeutschen Worten gespickt. Es ist nicht „ok“ wenn bayerische Menschen statt „Pfiati“ „Tschüs“ sagen oder das Wort „Rettich“ statt „Radi“ verwenden.

Viele von uns „kehren“ heute nicht mehr im „Wirtshaus“ ein, sondern trinken ihr Bier oder die Radlermass im „Restaurant“ oder im „Hotel“, ja viele gehen dazu zum Italiener. Beim Frühstück liegen auf dem „Buffet“ statt „Oaweckerl“ und „Loawin“ bereits „Brötchen“ oder „Schrippen“ und beim Metzger wird statt einem „Rankerl Gselchten“ ein Stück „Geräuchertes“ oder „Rauchfleisch“ verlangt. Vielerorts droht die Mutter nicht mehr mit der „Detschn“ oder einer „Watschn“ sondern mit einer „Ohrfeige“. Bekommen die Kinder eine „Ohrfeige, dann „plärren“ sie nicht mehr, sondern „weinen“.

Man hört auch in unserer Zeit nicht mehr die altvertrauten Sätze wie „Der hod net gsuffa, hod net gweiwert und net dampft und trotzdem is er iaz a Leich“. „Den Weiwerleit, dera hod sei Lebtog nix gfeit, owa in letzter Zeit leferzts umanand“. „Noch`n Amt hob i s`Feiertogquant o zogn und s`Werdaquant a`glegt“ oder „den gherat statt der Friasuppn scho oani owazong das er katholisch wird“.

Der Weg oder die Straße geht nicht mehr „geberg“(bergauf) oder „gedui“(bergab), im Sommer „nagln“ nicht mehr die „Stauzn“ sondern stechen die Mücken, in der Schule wird heute gezeichnet und der Müller mahlt das Mehl, früher hatte man für beide Begriffe das Wort „muina“. Der Freund „zwickt“ den Freund nicht mehr auf sondern er „hänselt“ ihn und er „koidn“ nicht mehr an, sondern „hält ihn zum Narren“.

Altvertraute Worte wie „Binkn“ (Astloch), „Hutschn“ (Schaukeln), „Pfinsta“ (Dienstag), „Baz“ (weiche Masse), „Gschmatz“ (Gerede) oder „drent“ (drüben) und „herent“ (auf dieser Seite), sind aus unserem bayerischen Sprachgebrauch verschwunden. Leider gehen in unserer bayerischen Ursprache, die schon weit über 1.000 Jahre alt ist, die typisch bayerischen Ausdrücke total verloren.

Bild: Auch in der Liebe geht`s nicht mehr rein bayerisch.
Zeichnung von Friedrich ITZE Grünzweig. Archiv Sager.

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